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Wissen · Sorten

Siedesalz, Meersalz oder Steinsalz

Chemisch ist alles Natriumchlorid. Der Unterschied liegt darin, wo es herkommt, wie es gewonnen wird und was dabei mit der Kristallstruktur passiert – und genau das schmeckt man.

Die drei Wege im Überblick

MeersalzSteinsalzSiedesalz
HerkunftHeutiges MeerwasserUrzeitliche Lagerstätte im BergSole aus der Tiefe
GewinnungVerdunstung in SalzgärtenBergbau, oft mit SprengungVerdunstung der Sole
KristallFlockig bis grobKantig, gemahlenPyramidenförmig, zart
MikroplastikMöglichUnwahrscheinlichAusgeschlossen bei Tiefensole
Typische ZusätzeRieselhilfeJod, Fluorid, RieselhilfeJe nach Hersteller

Meersalz

Meerwasser wird in flache Becken geleitet und verdunstet durch Sonne und Wind. Was übrig bleibt, wird geerntet. Das Verfahren ist alt, einfach und energiearm – und es übernimmt alles, was heute im Meer ist. Fleur de Sel ist die von Hand abgeschöpfte oberste Schicht.

Steinsalz

Vor Jahrmillionen verdunstete ein Urmeer und hinterließ mächtige Salzschichten, die später von Gestein überlagert wurden. Heute wird dieses Salz bergmännisch abgebaut, gemahlen und meist raffiniert. Der Großteil des deutschen Speisesalzes stammt aus dieser Quelle. Auch das rosa Salz aus Pakistan gehört hierher.

Siedesalz

Sole – also salzhaltiges Wasser – wird an die Oberfläche gefördert und verdunstet. Industriell geschieht das in geschlossenen Anlagen unter Hitze und Druck; das Ergebnis ist feines, gleichförmiges Pulver.

Bei langsamer Verdunstung und niedriger Temperatur bilden sich dagegen zarte, pyramidenförmige Kristalle, die auf der Zunge zergehen statt zu knirschen. Genau darum lohnt sich die längere Herstellungszeit – man schmeckt sie.

„Siedesalz" allein sagt wenig Entscheidend ist, woher die Sole stammt: aus einer geschlossenen Tiefenlagerstätte oder aus verdunstetem Oberflächenwasser. Und ob langsam verdunstet oder schnell gekocht wurde.

Welches Salz wofür

  • Zum Kochen und Salzen von Nudelwasser: jedes Salz, hier zählt nur die Menge. Für teures Finishing-Salz ist es Verschwendung.
  • Zum Abschmecken am Ende: grobe Kristalle, die man zwischen den Fingern zerreibt – hier merkt man den Unterschied.
  • Auf dem Tisch: grobes Salz mit Löffel statt Streuer, damit die Struktur erhalten bleibt.
  • Zum Einlegen und Fermentieren: Salz ohne Rieselhilfen und ohne Jod, weil beides den Prozess stören kann.

Wo unser Salz steht

Fürst Pückler Salz ist ein Siedesalz aus Tiefensole: gewonnen aus der staatlich anerkannten Heilquelle Hy Bad Muskau 1/2000 in 1.586 Metern Tiefe, langsam bei niedriger Temperatur verdunstet und von Hand geschöpft.

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Weiterlesen: Salz ohne Mikroplastik · Salz ohne Jod und Fluorid

Häufige Fragen

Zu den Salzarten

Schmeckt teures Salz wirklich anders?
Aufgelöst im Kochwasser: kaum. Als Finishing-Salz auf dem fertigen Gericht: deutlich. Der Unterschied liegt an der Kristallform, die bestimmt, wie schnell und wo im Mund sich das Salz löst.
Ist rosa Himalayasalz gesünder?
Die rosa Farbe stammt von Eisenoxid. Die enthaltenen Spurenelemente sind in den Mengen, die man mit Salz aufnimmt, ernährungsphysiologisch nicht relevant. Es ist ein Steinsalz mit langem Transportweg.
Was ist Fleur de Sel?
Die dünne Kristallschicht, die sich bei ruhigem Wetter auf der Oberfläche der Salzgärten bildet und von Hand abgeschöpft wird. Das Prinzip ähnelt unserem Schöpfen – nur ist das Ausgangswasser das heutige Meer statt einer Tiefensole.
Wie viel Salz am Tag ist in Ordnung?
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen weniger als fünf Gramm Salz pro Tag. Das gilt unabhängig von der Salzart – auch handgeschöpftes Salz ist Salz.