Handwerk
Vier Wochen für
ein Kilogramm
Industrielles Salz entsteht in Minuten. Unseres braucht Wochen – weil Verdunsten bei niedriger Temperatur nun einmal so lange dauert.
Der Weg
Von der Sole zum Kristall
Es sind vier Schritte, und keiner davon lässt sich sinnvoll abkürzen. Wer schneller siedet, zerstört die Kristallstruktur. Wer maschinell abschöpft, bricht die Pyramiden.
Die Sole steigt auf
Aus 1.586 Metern Tiefe kommt die staatlich anerkannte Heilsole an die Oberfläche. Sie ist rund dreimal so salzhaltig wie das Mittelmeer – ein Liter enthält entsprechend viel gelöstes Mineral.
Schonend gesiedet
Die Sole wird bei niedriger Temperatur verdunstet, nicht gekocht. Hohe Hitze würde die Kristalle zu feinem, gleichförmigem Pulver machen – genau dem Pulver, das man aus dem Supermarkt kennt.
Von Hand geschöpft
An der Oberfläche bilden sich zarte Kristallplättchen. Sie werden mit der Kelle abgehoben, bevor sie absinken. Das ist der Schritt, der sich nicht automatisieren lässt.
Getrocknet und abgefüllt
Die Kristalle trocknen nach, werden gesiebt und von Hand in Gläser und Beutel gefüllt. Ohne Rieselhilfe, ohne Trennmittel, ohne Jod oder Fluorid. Es kommt nichts dazu.
Die Werkstatt
Alles an einem Ort
Sieden, schöpfen, trocknen, abfüllen, etikettieren, versenden – das passiert alles in Bad Muskau, im selben Haus. Es gibt keine Lohnabfüllung und keine zweite Produktionsstätte.
Die Siedepfanne
Hier entsteht jeder einzelne Kristall.
Der Gründer
Wie ein Lagerfeuer in Schweden zu einer Salzmanufaktur wurde
Kurt Korte hat nicht als Unternehmer angefangen, sondern als jemand, der sich fragte, was er seinen Kindern eigentlich aufs Essen streut.
Je genauer er hinsah, desto weniger gefiel ihm die Antwort. Himalayasalz wird vielerorts mit Sprengstoff aus dem Berg geholt. Meersalz trägt die Belastung des heutigen Meeres mit sich, Mikroplastik eingeschlossen. Und dem Speisesalz aus dem Regal werden Rieselhilfen, Jod und Fluorid zugesetzt, damit es streufähig und normgerecht ist.
Ab 2019 lebte er in Schweden. Dort begann er, aus Spaß eigenes Salz zu machen: Meerwasser über dem Lagerfeuer verdunsten, zusehen, wie sich die Kristalle bilden, probieren. Aus dem Zeitvertreib wurde eine Frage – ob sich das auch richtig machen ließe, mit einer Sole, die wirklich sauber ist.
Zurück in der Heimat kam er mit der Bohrung Hy Bad Muskau 1/2000 in Berührung, der staatlich anerkannten Heilquelle unter dem Fürst-Pückler-Park. Sie war erschlossen worden, als er noch ein Kind war. Eine Sole aus 1.586 Metern Tiefe, seit Jahrmillionen unberührt.
Mir wurde schlagartig klar: Das ist das Salz, das ich gesucht habe. Kurt Korte
Es folgten viele Versuche und einige Rückschläge, bis die Verdunstung bei der richtigen Temperatur lief und die Kristalle die Form hatten, die sie haben sollten. Heute stehen die Produkte in Regionalregalen, Feinkostgeschäften und Apotheken – und jedes Glas ist immer noch von Hand gefüllt.
Was nicht hineinkommt
Die kürzeste Zutatenliste im Regal
Keine Rieselhilfen
Kein Natriumferrocyanid, kein Siliciumdioxid. Das Salz darf bei Feuchtigkeit zusammenbacken – so verhält sich echtes Salz.
Kein zugesetztes Jod
Jodiertes Speisesalz ist eine gesundheitspolitische Maßnahme, keine Eigenschaft des Salzes. Wir setzen nichts zu.
Kein Fluorid
Auch Fluorid wird Speisesalz künstlich beigemischt. Bei uns nicht.
Kein Mikroplastik
Die Sole lag 1.586 Meter tief zwischen dichten Schichten. Es gab keinen Weg hinein.
Keine Raffination
Das Salz wird nicht gebleicht, nicht chemisch nachbehandelt und nicht umkristallisiert.
Keine langen Wege
Quelle, Siedepfanne, Abfüllung und Versand liegen in derselben Stadt.
Schmecken Sie den Unterschied
Grobe Kristalle, die auf der Zunge zergehen statt zu kratzen – das merkt man beim ersten Mal.